Netzwerk Kleinstschulen: Starke Impulse für die Bildung im ländlichen Raum
Kleine Schulen, große Chancen: Lehrpersonen aus ganz Südtirol tauschten sich gemeinsam über die besonderen Möglichkeiten, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Lernens und Lehrens an Kleinstschulen aus.
Am 11. August wurde die Grundschule Proveis zum zentralen Treffpunkt für Lehrpersonen aus unterschiedlichen Bezirken Südtirols. Was sie alle verbindet: Ihr Schulalltag findet an einer Kleinstschule statt. Organisatorisch und inhaltlich gestaltet wurde der Fortbildungstag von den beiden Initiatorinnen und Referentinnen Manuela Steiner und Annemarie Augschöll Blasbichler, die den Teilnehmenden einen wertvollen Rahmen für Austausch, Reflexion und neue Impulse boten. Im Zentrum der Fortbildung standen die besonderen Bedingungen des Unterrichts in kleinen Strukturen. Die Arbeit in kleinen Lerngruppen bringt eine Reihe von Chancen mit sich, die im regulären Großschulbetrieb oft schwer umzusetzen sind. Individuelle Förderung, ein familiäres Klassenklima, altersübergreifendes Lernen sowie die Möglichkeit, flexibel auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder einzugehen sind nur einige davon. Da in Kleinstschulen häufig mehrere Schulstufen gemeinsam unterrichtet werden, gehören differenzierte Lernformen, Freiarbeit und projektorientierter Unterricht zum täglichen Handwerkszeug. Die Referentinnen zeigten auf, wie diese methodische Vielfalt gezielt genutzt werden kann, um Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken.
Neben den pädagogischen Vorzügen kamen auch die bestehenden Herausforderungen offen zur Sprache. Allen voran beschäftigt viele Lehrpersonen die Ungewissheit bezüglich der Zukunft kleiner Schulstellen. Sinkende Geburtenzahlen und politische Diskussionen sorgen immer wieder für Unsicherheiten bezüglich des Schulerhalts. Die Fortbildung machte jedoch deutlich: Kleinstschulen sind keineswegs isolierte Einzelkämpfer. Sie arbeiten heute modern, vernetzt und nach außen geöffnet. Durch Kooperationen zwischen verschiedenen Schulstellen, den Austausch von Materialien und gemeinsame Fortbildungstage wie in Proveis entsteht ein starkes Netzwerk, das Ressourcen bündelt und die Qualität des Unterrichts nachhaltig sichert.
Das Treffen in Proveis hat einmal mehr gezeigt, dass kleine Grundschulen nicht nur ein wichtiger Bildungsort, sondern auch ein unverzichtbarer gesellschaftlicher Ankerpunkt in den Dörfern sind. Mit frischen Ideen, gestärktem Rücken und neuen Impulsen blicken die Lehrpersonen auf das kommende Schuljahr.
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